04.05.2017 13:08

Keine Gegenwehr, keine Punkte


Endlich ist der Fußball-Rheinlandligist TuS Mayen mal wieder im Nettetalstadion und nicht auf dem anliegenden Kunstrasenplatz aufgelaufen. Doch die Freude der 139 TuS-Fans am Mittwochabend im Heimspiel gegen die SG 06 Betzdorf war schnell verflogen. Beim 2:3 (0:2) war der TuS zwar körperlich anwesend, mischte aber 70 Minuten lang nur in einem überschaubaren Umfang mit. So hatten die Siegerländer leichtes Spiel und entführten im Kampf um den Klassenverbleib drei wichtige Zähler - auch wenn es am Ende noch einmal eng wurde.

„Das war 70 Minuten lang das gräulichste Gesicht, was ich jemals von meiner Mannschaft gesehen habe“, sprach auch Mayens Trainer Thomas Reuter Klartext. „Immerhin waren wir nach der Pause die aktivere Mannschaft und haben Moral gezeigt.“ Damit war das Positive aber auch bereits vermerkt.

Denn 70 Minuten hatte Mayen wenig bis nichts zu bieten. Ein Abschluss von Joshua Marx (13.) und ein Schuss aus der Drehung von Tobias Uhrmacher (33.) - mehr war da nicht. Auf der Gegenseite war der Betzdorfer Wintertransfer Kenny Scherreicks nicht einzufangen. Nach einem Foul von Christophe Bokumabi an Anis Berber im Strafraum verwertet Scherreicks den fälligen Strafstoß zum 1:0 (22.) und legte nach einem Diagonal-Traumpass von Florian Jaeger gleich zum 2:0 nach, als er den Ball mit Wucht ins Netz drosch (31.). Mayens Schlussmann Kevin Michel verhinderte gegen den Doppeltorschützen einen noch höheren Pausenrückstand (35.).

Und als Scherreicks acht Minuten nach Wiederanpfiff auf 3:0 aus Betzdorfer Sicht stellte, schien die Partie entschieden. Doch wie aus dem Nichts und ohne Vorankündigung fand Mayen in die Partie zurück. Das war Pascal Steinmetz zu verdanken, der aus 25 Metern einen zugegeben haltbaren Schuss abgab und das 1:3 markierte (71.). Drei Minuten später entschied der Unparteiische Marco Christmann auf Strafstoß, nachdem SG-Schlussmann Philipp Klappert Steinmetz zu Boden gebracht haben soll. Der scheinbar Gefoulte übernahm Verantwortung und stellte auf 2:3.

In der Schlussphase schnürte der TuS die Siegerländer ein. Betzdorf verpasste bei zahlreichen Kontergelegenheiten die Entscheidung, dem TuS fehlten die Ideen, um doch noch zu punkten. Betzdorfs Trainer Marco Weller musste sich nach der heißen Schlussphase erst einmal eine Beruhigungszigarette anzünden: „Wir hatten lange Zeit alles gut im Griff. Am Ende war Mayen aber sehr giftig, das war kein lockeres Auslaufen und Ballgeschiebe von Mayener Seite - auch wenn sie 70 Minuten nur einen Ball auf unser Tor gebracht hatten.“

TuS Mayen - SG 06 Betzdorf 2:3 (0:2)

TuS Mayen: Michel, Jenke, Mund, Bokumabi, Marx, Löhr (55. Schneider), Unterbörsch, Steinmetz, Tutas, Uhrmacher (69. Hallfell), N. Weis (63. Akwapay).

SG Betzdorf: Klappert, Lichtenfeld, Brato, Bednorz, Kasikci, Jaeger (89. Müller), Aydin (80. Abdellaoui), Bayram (87. Semiz), Becher, Berber, Scherreiks.

Schiedsrichter: Marco Christmann.

Tore: 0:1 Kenny Scherreicks (22., Foulelfmeter), 0:2 Kenny Scherreicks (31.), 0:3 Kenny Scherreicks, 1:3 Pascal Steinmetz (71.), 2:3 Pascal Steinmetz (74.).

 

 

Quelle: inside-sport.online


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