20.10.2016 07:44

Mayen verlangt Eintracht Trier aber wirklich alles ab


Fußball-Rheinlandpokal: TuS unterliegt im Achtelfinale dem Regionalligisten mit 0:1 - Ein Weiterkommen lag in der Luft

MAYEN. (dag) Die nackten Zahlen vorweg: Im Achtelfinale des Fußball-Rheinlandpokals ist der TuS Mayen am Mittwochabend beim 0:1 (0:0) gegen den Regionalligisten Eintracht Trier aus dem Wettbewerb ausgeschieden. Und dennoch war es ein magischer Abend im Nettetal, denn der TuS verlangte dem auf dem Papier schier übermächtigen Riesen aus Trier vor 450 Zuschauern nicht nur alles ab, sondern schnupperte Mitte der zweiten Halbzeit sogar am Weiterkommen.

„Wenn wir hier in der zweiten Halbzeit in Führung gegangen wären, dann hätten wir das Spiel gewonnen“, sagte Mayens Coach Thomas Reuter. In der 58. Minute hatten die TuS-Fans den Torschrei binnen Sekunden zwei Mal auf den Lippen. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß von Eike Mund tauchte Lukas Mey am zweiten Pfosten auf, seinen Abschluss konnte Eintracht-Keeper Andrei-Sorin Popescu gerade noch parieren. Und auch Niklas Weiß brachte den Abpraller aus kürzester Distanz nicht am Trierer Torwart vorbei. Bereits zuvor senkte sich ein Schuss von Weis gefährlich auf das Trierer Tornetz (50.). Es war diese Phase des Spiels, in der Mayen einen offenen Schlagabtausch bot und den Regionalligisten mehr als nur ins Wanken brachte. „Wir haben hier hinten keinen Riegel aufgebaut, das hat wohl jeder gesehen. Wir waren vom Trainer perfekt eingestellt, wussten alles über den Gegner. Das hat alles gepasst. Trier war nach 70 Minuten genervt, die wollten hinten schon auf Dreierkette umstellen“, sagte Mayens Spielführer Eike Mund.

Umso bitterer die Entstehung des einzigen Treffers des Abends: Triers Christian Telch hämmerte einen Freistoß aus 25 Metern unhaltbar für TuS-Torwart Florian Marinus ins Netz - 0:1 (73.). Und wer den Jubel der Trierer Spieler, Betreuer und Ergänzungsspieler sah, der wusste, wie sehr der TuS Mayen den Favoriten bis dahin gereizt hatte.

Der TuS versuchte in der Schlussphase alles, warf sich aufopferungsvoll in jeden Zweikampf, zeigte Einsatz, Willen und Leidenschaft - eine echte Ausgleichschance gab es allerdings nicht mehr. „Bis zum Gegentreffer hat die Partie den Verlauf genommen, den wir uns vorgestellt hatten“, sagte der TuS-Trainer, der ein Sonderlob an seine beiden Innenverteidiger Michael Daub und Christophe Bokumabi verteilte. Aber auch Schlussmann Marinus zeigte sein Potenzial. Reuter: „Er ist 19 Jahre jung und liefert unter Druck und vor dieser Kulisse solch ein Spiel ab. Wahnsinn.“

In der Tat, denn natürlich hatte Trier vor allem im ersten Durchgang mehr vom Spiel und auch Chancen zur Führung. Nach 20 Minuten hielt Marinus sensationell gegen Sebastian Szimayer, der aus drei Metern in eine Flanke von Michael Blum flog. Lediglich in der 36. Minute half der Pfosten mit, als Szimayers Kopfball am Aluminium landete. Ansonsten verteidigte Mayen geschickt und hätte auch bereits zur Pause durchaus führen können. Bei einem Konter enteilte Lukas Mey seinem Gegenspieler und bediente Pascal Steinmetz. Der legte sich den Ball auf den rechten Fuß, zog in Richtung Winkel ab, doch der Ball flog in den Mayener Nachthimmel (34.).

Im Umfeld der Partie blieb es übrigens komplett ruhig. Es gab keinerlei Ausschreitungen, zumal unter den Zuschauern mit Sicherheit auch mehr Polizisten, Feuerwehrmänner und Zivilpolizisten als Trierer Fans weilten. Das nasskalte Wetter hatte dem Traditionsverein wohl eine bessere Kulisse verdorben. Dazu fand TuS-Trainer Reuter das passende Fazit: „450 Zuschauer bei einem solchen Spiel sind eine herbe Enttäuschung. Das wird dem Fußball, den meine junge Mannschaft derzeit bietet, einfach nicht gerecht.“

TuS Mayen - SV Eintracht Trier 0:1 (0:1)

TuS Mayen: Marinus, Schneider, Daub, Mund, Bokumabi, Unterbörsch, Steinmetz, Tutas, Weis, Mey (80. Löhr), Hallfell (56. Uhrmacher).

SV Eintracht Trier: Popescu, Schneider (72. Boesen), Szimayer, Anton, Lienhard, Telch, Garnier (66. Dittrich), Blum, Henneboele, Gladrow, Riedel.

Schiedsrichter: Luca Schlosser (Stahlhofen).

Tor: 0:1 Christian Telch (73.).

Zuschauer: 450.


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